Rund um den Apfel

Im Herbst ist Apfel-Ernte. Äpfel sind gesund und vielseitig. Ein Überblick über Eigenschaften, Lagerung, Sorten, Gehalt und Geschmack.

Äpfel an ApfelbaumDer Apfel ist unser liebstes Obst: Jede/-r Deutsche isst durchschnittlich rund 40 kg Äpfel im Jahr - mehr als in jedem anderen EU-Land.

Äpfel sind Kernobst und gehören zur Familie der Rosengewächse.

 

Warum sind Äpfel so gesund?

„An apple a day keeps the doctor away“ weiß schon ein altes Sprichwort. Und inzwischen weiß man auch, warum: Äpfel enthalten über 30 Vitamine, dazu Spurenelemente und Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Magnesium, Kalzium und Eisen. Sie unterstützen viele Körperfunktionen und wirken schädlichen Oxidationsprozessen im Körper entgegen. Hinzu kommen verschiedene Ballaststoffe wie Zellulose oder Pektin, die bei der Ausleitung von Schadstoffen aus dem Körper nützlich sind.

Das Meiste steckt in der Apfel-Schale - auch das wussten schon Oma und Opa - weswegen ein Apfel am besten ungeschält gegessen werden sollte. Vorausgesetzt, er ist nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Bei Bio-Äpfeln ist das unproblematisch, da sie nicht gespritzt werden. Trotzdem kann Waschen auch bei Bio-Obst nicht schaden. Denn wenn es regnet, kann sich auch hier Schmutz oder Ruß aus der Luft ablagern, der aber leicht mit Wasser abgespült werden kann.

Bei konventionellen Äpfeln gehen die Meinungen auseinander: Auch bei Ihnen sitzen die meisten Vitalstoffe in der Schale - aber eben auch die meisten Pflanzenschutzmittel. Und die können in gewissen Mengen  in die Schale eindringen, so dass sie nur schwer abwaschbar sind. Damit sie im Laden schön glänzen, werden herkömmliche Äpfel zudem häufig mit Wachs eingerieben und poliert, der ebenfalls nur schwer zu entfernen ist. Unser Rat daher, vor allem für Kinder: Konventionelle Äpfel lieber großzügig schälen.

Das Pektin im Apfel hilft übrigens auch bei Durchfall: Es quillt im Darm auf und nimmt dabei Bakterien und andere Schadstoffe auf, die dann durch die Verdauung ausgeschieden werden. Auch hier hatte Oma also Recht, wenn sie bei Durchfall einen fein geriebenen Apfel empfahl.

 

Wann haben Äpfel Saison und warum gibt es sie das ganze Jahr über?

Die Apfelernte ist hierzulande im Herbst, Haupterntemonat ist der Oktober. Die Äpfel haben Sommer-Sonne getankt und sind nun reif und saftig. Jetzt bekommt man frische, regionale Äpfel auf jedem Wochenmarkt.

Damit man auch in den Wintermonaten und bis in den nächsten Sommer hinein Äpfel essen kann, kann man sie in eine Art WInterschlaf versetzen. Dafür werden die Äpfel nach der Ernte in so genannte CA-Lager gebracht (engl. controlled atmosphere), in denen Luftzusammensetzung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit streng kontrolliert werden. Hier herrschen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, eine Luftfeuchtigkeit von 95 % und eine Atmosphäre mit sehr wenig Sauerstoff, dafür umso mehr Kohlendioxid. So untergebracht oxidieren, altern und schrumpeln die Früchte kaum. Die CA-Lagerung gilt als wenig energieaufwändig. Allerdings geht bei längerer Lagerung ein Teil der Vitamine verloren.

Trotz solcher Tricks reicht der heimische Apfel-Anbau nicht aus, um den Hunger der Deutschen auf Äpfel zu stillen. Daher wird fast die Hälfte der hier verspeisten Äpfel aus anderen Ländern importiert. Das verschlechtert ihre Umweltbilanz: Nach Berechnungen der TU München erzeugt der Transport von 1 kg Bodensee-Äpfel nach München etwa 76 Gramm Kohlendioxid. Kommen die Äpfel aus Italien, liegt der Wert fast 3-mal so hoch.

 

Wie lagere ich meine eigenen Äpfel aus dem Garten im Winter?

Im Winter herrschen von Natur aus draußen recht gute Bedingungen für die Lagerung der Äpfel: Die optimale Temperatur liegt zwischen 0 und 4 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst hoch sein. Früher lagerte man Äpfel daher oft im Keller ein. Moderne Keller sind dafür inzwischen meist zu trocken, vor allem, wenn sie auch noch die Heizung beherbergen. Ist der Keller zu trocken, bieten sich Behälter nah am Haus oder in frostfreien Garagen oder Gartenhäuschen an.  

 

Welche Apfelsorten gibt es?

Im Handel werden ca. 30-40 Sorten zum Verkauf angeboten. Wir stellen im Folgenden die 10 bekanntesten vor. Am häufigsten werden Äpfel der Sorte Golden Delicious gekauft. Auch Jonagold, Elstar, Cox Orange, Boskoop, Rubinette, Gala und Braeburn stehen hoch in der Gunst der Käufer. Fuji und Granny Smith verlieren hingehen momentan an Bedeutung.

 

Golden Delicious

  • Herkunft: Er stammt aus den USA, wo er um 1890 zufällig in einem Hausgarten gefunden wurde. Er gehört zu den beliebtesten Speiseäpfeln.
  • Aussehen: Dieser Apfel ist groß und länglich. Er hat ein weißes, festes und saftiges Fruchtfleisch. Seine Schale ist grün-gelblich bis gelb und an der Sonnenseite rötlich gefärbt.
  • Geschmack: süßlich, wenig Säure.
  • Pflückreif: Mitte September bis Mitte Oktober.

 

Jonagold

  • Herkunft: Dieser Apfel wurde 1943 in den USA aus Golden Delicious und Jonathan gezüchtet und ist seit 1968 im Handel.
  • Aussehen: Jonagold-Äpfel sind sehr groß und rund. Sie haben ein weiß-gelbliches, knackiges Fruchtfleisch mit grünlich-gelber Schale, die zur Hälfte leuchtend rot, deutlich gestreift eingefärbt ist.
  • Geschmack: Der Apfel schmeckt saftig süß und hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt.
  • Pflückreif: Ende September bis Anfang Oktober.

 

Elstar

  • Herkunft: Elstar ist eine niederländische Neuzüchtung aus Golden Delicious und Ingrid Marie. Der Apfel ist seit 1975 im Handel.
  • Aussehen: Die Früchte sind klein bis mittelgroß und kugelig. Sie werden zum Kelch hin schmaler und haben eine dünne Schale. Die Schale ist goldgelb-hellrot, das Fruchtfleisch mittelfest und feinzellig.
  • Geschmack: Der Elstar-Apfel schmeckt kräftig und hat ein gutes Zucker-Säure-Verhältnis.
  • Pflückreif: Anfang bis Ende September.

 

Cox Orange

  • Herkunft: Der Engländer M.R. Cox zog 1830 diesen Apfel aus dem Samen der Sorte Ribston Pepping. Cox Orange kam 1859 in den Handel.
  • Aussehen: Der Cox-Apfel ist klein bis mittelgroß. Er hat ein weißes, saftiges, grobzelliges Fruchtfleisch mit hellroter bis braunroter Schale, die häufig angeraut und leicht berostet ist.
  • Geschmack: Er ist kräftig süß-säuerlich im Geschmack.
  • Pflückreif: Mitte September bis Anfang Oktober.

 

Boskoop

  • Herkunft: Vermutlich wurde dieser Apfel 1856 in Boskoop/NL entdeckt.
  • Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Äpfel haben eine raue, matte Schale, die meist orange bis dunkelrot gefärbt ist. Das Fruchtfleisch ist gelblich und saftig.
  • Geschmack: Der Boskoop-Apfel ist reich an Zucker, hat aber sehr hohe Säurewerte, so dass diese den Zuckergehalt überlagern. Daher schmeckt er herbsäuerlich und kräftig fruchtig. Er hat einen hohen Gehalt an Vitamin C.
  • Pflückreif: Ende September bis Mitte Oktober.

 

Rubinette

  • Herkunft: 1966 in der Schweiz aus Golden Delicious und Cox Orangenrenette gezüchtet.
  • Aussehen: Die Äpfel sind klein bis mittelgroß, fest und rund bis kegelförmig. Sie haben einen auffällig langen Stiel. Das Fruchtfleisch ist gelb, und sie haben eine leuchtend rot gestreifte Schale.
  • Geschmack: Der Rubinette-Apfel hat ein ausgewogenes Säure-Zucker-Verhältnis und schmeckt saftig und gehaltvoll.
  • Pflückreif: Im Oktober.

 

Gala

  • Herkunft: Die Kreuzung aus Kidd's Orange und Golden Delicious stammt aus Neuseeland und ist seit 1960 im Handel. Dieser Apfel wird vor allem in Süd- und Ostdeutschland verzehrt.
  • Aussehen: Die Gala-Äpfel sind mittelgroß. Sie haben eine helle bis kräftig rote Farbe und eine etwas wachsige Schale. Das Fruchtfleisch ist fest und saftig.
  • Geschmack: Der Apfel schmeckt süß und aromatisch und enthält viel Vitamin C.
  • Pflückreif: Mitte bis Ende September.

 

Braeburn

  • Herkunft: Braeburn wurde als Zufallssämling 1952 von O. Moran, einem Obstbauern aus Neuseeland, am Wegesrand aufgefunden. Als ein Vorfahr wird der Cox Orange vermutet. Als zweite Elternsorte wird Lady Hamilton angegeben, eine Sorte benannt nach Emma Hamilton, der Mätresse des englischen Admirals Horatio Nelson.
  • Aussehen: Die Äpfel sind mittelgroß bis groß und hoch gebaut. Sie haben eine grünlich gelbe Fruchtschale mit ziegelroter, teils bräunlicher Deckfarbe. Das Fruchtfleisch ist hellgelb, sehr fest und knackig.
  • Geschmack: Leicht süßlich und erfrischend. Dieser Apfel hat den höchsten Vitamin C-Gehalt aller Äpfel.
  • Pflückreif: Mitte bis Ende Oktober.

 

Fuji

  • Herkunft: Fuji wurde 1962 in Japan aus Ralls Janet und Golden Delicious gezüchtet.
  • Aussehen: mittelgroße bis große Früchte, rund bis leicht oval geformt; Grundfarbe ist grüngelb, viele Farbmutanten; späte Ausfärbung; Schale mit auffälliger Wachsschicht überzogen.
  • Geschmack: Der Fuji-Apfel schmeckt sehr süß und hat wenig Säure. Es ist fest, knackig und saftig.
  • Pflückreif: Ab Ende Oktober.


Granny Smith

  • Herkunft: Maria Ann Smith entdeckte 1869 den Zufallssämling bei Sydney in Australien. In Europa wird Granny Smith ab 1950 angeboten. In Deutschland ist der Anbau dieser Sorte mit einer langen Entwicklungsdauer von 150 Tagen nur in sehr warmen Regionen möglich, die meisten angebotenen Äpfel stammen aus Importen.
  • Aussehen: Die Schale dieses Apfels ist grasgrün und fest, auf der Sonnenseite meist marmoriert. Das Fruchtfleisch ist cremefarben bis grünlich-weiß, fest und saftig.
  • Geschmack: Der Granny Smith schmeckt schwach-säuerlich erfrischend.
  • Pflückreif: Mitte Oktober bis Mitte November.

 

Quellen: was wir essen, Stern.de, gesundheit.de, Kochmix, swr.de, Wikipedia