Ozeane überfischt - Fischzucht keine Alternative


Die Fischzucht wird oft als Alternative zur Leerfischung der Meere propagiert. Doch für den Konsum der Industrieländer trifft gerade das Gegenteil zu. Obendrein ist Fischzucht für die meisten Fische mit enormen Belastungen verbunden.

Bereits jeder zweite Speisefisch weltweit stammt aus Zucht. Seit den 1970er Jahren wächst die Fischzuchtindustrie jährlich um 9 Prozent. Dennoch nahm die Zahl der überfischten Bestände in den Meeren stetig zu. Der Hauptgrund liegt im hohen und weiter wachsenden Fischkonsum.

-> Artikel: http://www.fair-fish.ch/files/pdf/aktuell/weltmeerestag-2013.pdf


EU-Fischereireform: Nur zögerliche Schritte

Es war zu erwarten, dass der Kompromiss noch weniger bringen werde, als was fair-fish schon bisher vermisste: Dem zu hohen Fischkonsum werden keine Gegenmassnahmen entgegengesetzt. Der Wiederaufbau der überfischten Bestände wird zu zögerlich angegangen. Und die Fischerei in aussereuropäischen Gebieten, in welche die EU- Fischindustrie auswich, nachdem sie die Heimgewässer geplündert hatte, soll zwar etwas eingeschränkt werden, gilt aber weiterhin als unantastbare Selbstverständlichkeit.

Als grundsätzlich positiv beurteilt der Kieler Fischereibiologe Rainer Froese, dass der «richtige, international verbindliche Rahmen für Fischerei auch in Europa gelte: Es darf nicht mehr entnommen werden, als maximal nachwachsen kann.» Negativ sieht Froese jedoch, dass «das Rückwurfverbot durch die 5-Prozent-Klausel praktisch unkontrollierbar gemacht wurde. Es gibt jede Menge Schlupflöcher, die Überfischung der am stärksten bedrohten Arten fortzusetzen (Nordsee Kabeljau, Aal, Dornhai, ...). Die Subventionen, d. h. die ökonomische Voraussetzung für Überfischung, werden nicht ver- ringert. Die Bürokratie wird durch zahllose neue Reglungen zunehmen und nicht abnehmen.»

-> Mehr hier:
http://www.fair-fish.ch/files/pdf/wissen/gfp_resume.pdf


Die gute Nachricht heisst: Es ist für die industrielle Subventions-Fischerei und ihre politischen Willensvollstrecker schwieriger geworden, ihre Sonderprofite ungestört an Land zu ziehen. Die Zivilgesellschaft ist wach und wird immer wieder auf die rücksichtsvolle Nutzung der weltweiten Fischbestände pochen. Wenn dieser Druck wächst, kommt er noch rechtzeitig genug.