Energiewende: Ökostrom-Anteil steigt schneller als geplant

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix klettert im laufenden Jahr auf 23 Prozent. Damit könnte die für 2020 angepeilte Marke von 35 Prozent bereits in vier Jahren erreicht werden. Sorgen bereiten dem Lobbyverband BDEW aber die unrentableren Gaskraftwerke.

 

 

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Windräder in Jacobsdorf, Brandenburg: Windenergie trägt acht Prozent zum Strommix bei Düsseldorf - Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland schreitet schneller voran als geplant. Der Anteil des Ökostroms am Strommix werde in diesem Jahr aller Voraussicht nach 23 Prozent ausmachen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit. Im Vorjahr waren es noch 20 Prozent.

Deutschland peilt im Zuge der Energiewende bis 2020 einen Ökostrom-Anteil von 35 Prozent an. Sollte die Ausbaugeschwindigkeit der vergangenen Jahre anhalten, könnte dieses Ziel bereits in vier Jahren erreicht sein. Durch den massiven Anstieg des Ökostroms geraten andere Stromerzeuger allerdings unter Druck, da die Einspeisung der Erneuerbaren ins Netz Vorrang haben vor konventionell erzeugtem Strom.

Vor allem die flexibel zu steuernden Gaskraftwerke leiden darunter. Sie sind ohnehin im Preiskampf mit Kohlekraftwerken unterlegen. Nach Angaben des BDEW ging in den ersten neun Monaten der Einsatz von Erdgas in Kraftwerken um 14 Prozent zurück. Diese Effekte sind nach BDEW-Angaben auch der wesentliche Grund für den starken Anstieg des Stromexports. Die Stromflüsse wiesen 2012 demnach einen Überschuss ins Ausland von rund 23 (6,3) Milliarden Kilowattstunden (kWh) auf. "Die zunehmend gekoppelten Märkte in Zentral-West-Europa sorgen dafür, dass die für Deutschland beschriebenen Effekte auch für die im Strommarkt verbundenen Länder gelten", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller.

Der größte Teil des Anstiegs ins benachbarte Ausland sei auf den Austausch mit den Niederlanden zurückzuführen, wo überwiegend Gaskraftwerke betrieben werden. Auch dort würden diese aus der Reihenfolge der Kraftwerkseinsätze nach Wirtschaftlichkeit (Merit Order) gedrängt und stattdessen günstigerer Kohlestrom aus Deutschland bezogen.

Müller forderte, in der Energiepolitik europäische Wechselwirkungen in den Blick zu nehmen. "Ohne eine europäische Betrachtung dieser Zusammenhänge wird es zu Fehlanalysen und möglicherweise kontraproduktiven Maßnahmen und Konsequenzen kommen."

Nach vorläufigen Zahlen des BDEW lag erneut die Windenergie mit einer Jahresproduktion von rund 45 (48,9) Milliarden kWh und einem Anteil von acht Prozent am Strommix an der Spitze der Erneuerbaren. Photovoltaik-Anlagen produzierten mit 28,5 Milliarden KWh 50 Prozent mehr als im Vorjahr und erreichten fünf Prozent, Wasserkraftanlagen etwa 20,5 (17,7) Milliarden kWh beziehungsweise drei Prozent des Brutto-Inlandsstromverbrauchs.

cte/Reuters



 

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