Seide - Die Königin unter den Naturfasern

Seide vereint viele ideale Eigenschaften: Durch ihre geringe Dichte ist sie leicht und bequem zu tragen und die Hautverträglichkeit ist vorzüglich. Seide besitzt äußerst gute Isoliereigen-schaften: Sie schützt im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte. Bekleidung aus Seide hat gegenüber synthetischen Fasern zusätzlich den großen Vorteil, geruchshemmend zu wirken und äußerst strapazierfähig zu sein.

In den letzten Jahrzehnten ist Seide jedoch zum Massenprodukt ohne Wertschätzung ver-kommen. Der enorme Preisverfall und die Konzentration auf wirtschaftlich effiziente Groß-betriebe haben nicht nur der Qualität geschadet, sondern auch die Anbaubedingungen der Seidenbauern verschlechtert und die Umwelt belastet.

 

Zertifizierte Bio-Seide aus China – ökologisch & Fair

Es gibt zwei Entwicklungen im Bereich der Seidenproduktion, die neue Wege beschreiten und nachhaltige Seidenstoffe und auch Seidengarne produzieren. Das erste (und bisher ein-zige) Projekt einer biologisch-dynamisch geführten Landwirtschaft zur Seidenzucht entstand 1995 in China. Als schweizerisch-chinesisches Joint-venture der Firma Alkena produziert das Projekt SABA seit einigen Jahren echte Bio-Seide. In Sichuan wurden in den vergangenen 15 Jahren ca. 600.000 Maulbeerbäume gepflanzt. Die Blätter der Maulbeerbäume sind das ein-zige Futter, das die Seidenraupen akzeptieren. Sie wachsen hier nicht in einer reinen Mono-kultur, sondern gedeihen nach biologisch-dynamischen Methoden zusammen mit Hunderten von Obstbäumen und anderen Bäumen. Dadurch wird eine größere Bio-Diversität erhalten und durch die geringere Dichte können sich Krankheiten weniger katastrophal verbreiten. Auf künstlichen Dünger, Antibiotika und wachstumsfördernde Hormone wird konsequent verzichtet und dadurch ein gesundes Gleichgewicht erhalten. Die Seidenraupen erhalten ein hochwertiges Futter mit dem Ergebnis, dass sie hochwertige Seidenfäden produzieren.

 

Sozial und fair gehandelt

Der biologisch-dynamische Landbau von SABA verbessert die Lebensbedingungen in der Pro-vinz Sichuan nachhaltig. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Produktion verhin-dern Kinderarbeit und garantieren den Arbeitern eine 5-Tage-Woche. Hand in Hand damit erfolgt auch eine Verbesserung der ökonomischen Verhältnisse vor Ort. Feste Preise und Abnahmeverträge geben den Bauern Sicherheit. Der Unterschied zwischen Bio-Seide und konventioneller Seide

 Das qualitativ hochwertige Futter für die Raupen verbessert entscheidend die Qualität der Seide

 Bio-Seide enthält keinerlei Rückstände aus künstlichem Dünger, Pestiziden oder wachstumsfördernden Substanzen

 Die Seidenproduktion entspricht den Voraussetzungen für die Bezeichnung „Kontrolliert biologische Tierhaltung“ (kbT)

 

Modefreude mit gutem Gewissen

Die zweite Entwicklung ist die Produktion von Ahimsa-Seide: Seiden-stoffe und Seidengarne, die ohne die Tötung von Seidenraupen herge-stellt werden. AHIMSA bezeichnet im Sanskrit das Prinzip der Gewaltlosigkeit, das in vielen Religionen des Ostens die Grundeinstellung des Menschen gegenüber den Lebewesen und der Natur widerspiegelt. Im englischen Sprach-gebrauch wird meist der Begriff non-violent silk oder peace silk verwendet.

Inspiriert durch Mahatma Gandhis Philosophie der Gewaltlosigkeit und dem Respekt gegen-über allem Leben forschte der indische Ingenieur Kusuma Rajaiah mehrere Jahre nach Mög-lichkeiten einer ethisch und wirtschaftlich vertretbaren Methode, Seidenstoffe herzustellen, ohne die Schmetterlingspuppen in kochendem Wasser abtöten zu müssen. Es ist ihm gelun-gen, Methoden zu entwickeln, die in den ländlichen Regionen Indiens die Herstellung markt-fähiger Produkte aus

Maulbeerseide ermöglichen. Das Ergebnis sind herrliche Garne und Stoffe, die ihre Liebhaber bis nach Hollywood gefunden haben.

Ahimsa-Seide wird auch oft handgesponnen und findet dann als Seidengarn ihren Weg bis nach Europa. So ermöglicht die Ahimsa-Seidenzucht der ländlichen Bevölkerung ein sicheres und faires Einkommen. Kusuma Rajaiah hat auf sein Verfahren ein Patent erhalten.

Ahimsa-Seide kann vornehmlich überall dort eingesetzt werden, wo unbelastete und ethisch einwandfreie Textilien von Bedeutung sind. Bei der Verwendung als Bekleidung (zum Bei-spiel für Brautkleider) und zur Wohnraumgestaltung wird das Umfeld wohltuend beeinflusst. Auch in der therapeutischen Arbeit werden die positiven Wirkungen dieser Seide zum Tragen kommen können.

 

Seide und Licht

Der Seidenfaden wird von der Seidenraupe in lichtvoller Umgebung gesponnen. Der Geis-teswissenschaftler Rudolf Steiner sagt dazu: "Und wenn Sie irgendwo eine Puppe sehen, dann ist das so, dass das lauter gesponnenes Sonnenlicht ist, ringsherum Erdenstoff, der dem Sonnenstrahl nachgesponnen ist." (Dornach 1923)

Seidentraum hat sich zum Ziel gesetzt, Seidenstoffe und Seidengarne anzubieten, die in diesem Sinne ökologisch und nachhaltig produziert werden.

© Matias Langer, März 2012

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