Tipp Öko-Weihnachtsbäume kaufen

In den nächsten Tagen heißt es in Millionen Haushalten wieder: Christbaum kaufen! Das FSC-Siegel kennzeichnet nachhaltige Weihnachtsbäume - ohne Pestizide und Monokulturen. Auch Bioland und Naturland bieten Öko-Weihnachtsbäume an.

Nordmanntanne und Blaufichte besonders beliebt

Wie jedes Jahr wartet auf rund 25 Millionen Familienväter schon die Mission „Weihnachtsbaum besorgen“.

Besonders beliebt: Die ursprünglich im Kaukasus beheimatete Nordmanntanne und die Blaufichte. Die Nordmanntanne hält sich länger, sie nadelt erst nach ca. 2 Wochen. Die Blaufichte duftet intensiver.

Naturnaher heimischer Wald vs. Monokultur & Pestizide

4 von 5 Weihnachtsbäume stammen aus Weihnachtsbaumplantagen, großen Monokulturen, vor der Nutzung mit Herbiziden kahlgespritzt und praktisch ohne Funktion und Nutzen für die Natur. Farbverstärkende Mineraldünger sorgen für schnelles Wachstum und kräftiges Grün, Rüsselkäfer und Sitkalaus werden mit Insektiziden bekämpft.

Wer solcherlei Chemikalien aus seinem Wohnzimmer und der Umwelt fernhalten möchte, kann einen Christbaum aus ökologisch bewirtschafteter Weihnachtsbaumkultur kaufen. Man erkennt solche Bäume an einem FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel.

Im ökologischen Weihnachtsbaumanbau werden robuste Baumarten eingesetzt, Schafe halten die Kräuter und Gräser rund um die Bäume kurz, luftigere Schonungen mit nicht zu dicht gesetzten Bäumen wirken Pilzbefall entgegen, Nutzinsekten verringern den Schädlingsbefall. So kommt man bestens ohne Gift aus.

Umweltfreundliche Weihnachtsbäume kaufen

  • Weihnachtsbäume von lokalen Anbietern kaufen. Jeder fünfte Baum wird importiert - aus Dänemark, den Niederlanden, Irland, Österreich, Polen oder Tschechien. Und der Transport verursacht unnötige Umweltbelastungen. Empfohlen werden heimische Fichten, Kiefern oder Tannen aus durchforsteten Waldbetrieben.
  • Ein nachhaltig gezogener Weihnachtsbaum trägt das FSC-Siegel des Forest Stewardship Council. Es garantiert, dass der Baum aus einem Betrieb stammt, der eine umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft betreibt. Ein FSC-Wald ist naturnah und artenreich.
  • Die Umweltschutzorganisation Robin Wood hat eine bundesweite Liste mit Anbieter-Adressen von Öko-Weihnachtsbäumen zusammen gestellt: Adressen für Öko-Weihnachtsbaumverkauf (pdf-download)
  • Naturland-Weihnachtsbäume werden ohne Düngemittel und Pestizide erzeugt. Sie werden im Zuge der Durchforstung entnommen oder wachsen auf Sondernutzungsflächen im Wald (Schneisen, Leitungstrassen etc.). Die Bäume sind frisch geschlagen, lange Lagerung und lange Transportwege entfallen. Alle Naturland Waldbetriebe sind mit dem FSC-Siegel zertifiziert. Verkaufsstellen von Naturland-Weihnachtsbäumen (pdf-download)
  • Auch Bioland-Weihnachtsbäume wachsen ohne Düngemittel und ohne Pesitizide. Auf der Bioland-Website findet sich ein Verzeichnis mit Anbietern.
  • Eine weitere Alternative: Den Weihnachtsbaum bei der regionalen Forstbehörde kaufen oder unter Aufsicht des Försters selber schlagen. Dabei handelt es sich in der Regel um Bäume, die ohnehin zur Auflichtung und Verjüngung der Bestände geschlagen werden müssen.
  • Der Naturschutzbund Deutschland bietet in einigen Städten den Verkauf bzw. das Selbstschlagen ungespritzter Bäume an.
  • Gut als Weihnachtsbaum eignen sich heimische Nadelbäume wie Fichten und Tannen. Sie sind z.B. Douglasien, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, vorzuziehen.
  • Beim Weihnachtsbaumhändler nachfragen, ob er Bio-Bäume im Programm hat. Hierbei auf verlässliche Zertifizierungen achten (s.o.), um vor „Mogel-Bio-Bäumen (und -Händlern)“ sicher zu sein.
  • Soll der Christbaum nach den Festtagen im Garten eingepflanzt werden, sollte er jeden Tag nur wenige Stunden in der warmen Wohnung stehen. Sonst kann der Baum zu früh austreiben und dann nach dem Einpflanzen noch im selben Winter erfrieren. Vor dem Einpflanzen zur Gewöhnung an die Kälte am besten ein paar Tage in die Garage oder den Keller stellen. Und natürlich: Regelmäßig gießen.
  • Auch bei der Dekoration des Baumes kann auf die Umwelt geachtet werden: Empfohlen werden Figuren aus Papier, Holz, Stoff, Watte, Stroh und Wachs, weiterhin Plätzchen, Obst und Nüsse. Vermeiden sollte man Lametta sowie Schnee- und Glitzersprays.

 

Quellen: Naturschutzbund DeutschlandWWFRobin Wood, Bioland