Öko-Siegel Teil 1: Der Blaue Engel – vielseitiger Klassiker

Darauf kann man sich verlassen: Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung

Fast täglich kommen neue Bio-Produkte auf den Markt: Bio-Wein, Naturkosmetik, sanfte Reisen, Kinderspielzeug, sparsame Autos, Bio-Dessous, Solarstrom, grüne Aktienfonds, ...

Was hiervon ist wirklich umweltfreundlich bzw. fair oder sozial? Inzwischen gibt es über 1.000 verschiedene Umwelt-Siegel. Daneben wird eine Reihe von Begriffen verwendet, die keine Bedeutung haben. Da verliert man leicht den Überblick. Welche Gütezeichen sind seriös? Welche sind streng, welche eher lasch? Welche Begriffe sind eigentlich nur irreführend?

Die biobay-Serie „Darauf kann man sich verlassen: Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung“ stellt die am weitesten verbreiteten Öko-Siegel vor und fasst ihre Vergabekriterien zusammen.

Teil 1: Der Blaue Engel – vielseitiger Klassiker

Der Blaue Engel ist nach eigenen Angaben das weltweit älteste Umwelt-Gütezeichen für Produkte und Dienstleistungen. Er wurde 1978 auf Initiative des Bundesministers des Inneren und durch den Beschluss der Umweltminister des Bundes und der Länder ins Leben gerufen.

Mit dem Blauen Engel können Hersteller verschiedenster Branchen freiwillig positive Umwelt-Eigenschaften Ihrer Produkte kennzeichnen. Derzeit tragen rund 10.000 Produkte und Dienstleistungen den Blauen Engel – zum Beispiel Recycling-Papier, lösungsmittelfreie Wandfarbe und strahlungsarme Telefone.

Das Wirkungsspektrum des Umwelt-Zeichens wird ständig erweitert: Für immer mehr Produktgruppen werden Vergabekriterien definiert. Diese Kriterien werden ständig durch das Bundesumweltamt überprüft und an den aktuellen Stand der Technik angepasst.

In erster Linie dient der Blaue Engel den Verbrauchern als Orientierung, um schnell und sicher unter ähnlichen Produkten das jeweils umweltfreundlichste zu erkennen. Hierbei gibt das Umweltzeichen immer einen ganz konkreten Hinweis, weshalb es vergeben wurde, wie zum Beispiel: "der Blaue Engel, weil schadstoffarm".

Vergabekriterien

Die Vergabekriterien des Blauen Engel richten sich nach der Produktkategorie. So sind beispielsweise für Bürogeräte, Baumaschinen oder Telefone jeweils spezifische Kriterien definiert. Grundsätzlich wird der Blaue Engel an Produkte vergeben, die innerhalb ihrer Produktkategorie führend in puncto Umwelteigenschaften sind. Hierbei werden unter anderem Gesundheits- und Arbeitsschutz, Gebrauchstauglichkeit, sparsamer Rohstoff-Verbrauch, Lärmschutz, geringe Emissionen, Schadstofffreiheit, lange Lebensdauer, nachhaltige Entsorgung und geringe elektromagnetische Strahlung berücksichtigt.

Zusätzlich hat sich der Blaue Engel zu einem wirkungsvollen Instrument der Umweltpolitik entwickelt. Einerseits ist er ein starker Innovationstreiber, indem er Hersteller zur Entwicklung umweltschonender Produkte motiviert. Weiterhin wurden seine Vergabekriterien nicht selten in nationales Recht übernommen.