Öko-Siegel Teil 3: Fairtrade – fair handeln geht vor

Darauf kann man sich verlassen: Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung

Fast täglich kommen neue Bio-Produkte auf den Markt: Bio-Wein, Naturkosmetik, sanfte Reisen, Kinderspielzeug, sparsame Autos, Bio-Dessous, Solarstrom, grüne Aktienfonds, ...

Was hiervon ist wirklich umweltfreundlich, fair bzw. sozial? Inzwischen gibt es über 1.000 verschiedene Umwelt-Siegel. Daneben wird eine Reihe von Begriffen verwendet, die keine Bedeutung haben. Da verliert man leicht den Überblick. Welche Gütezeichen sind seriös? Welche sind streng, welche eher lasch? Welche Begriffe sind irreführend?

Die biobay-Serie „Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung“ stellt die am weitesten verbreiteten seriösen Öko-Siegel vor.

Teil 3: Fairtrade – Fair handeln geht vor

Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet zahlreiche Produkte diverser Produktgruppen. Ein Schwerpunkt sind Lebensmittel wie Kaffee, es gibt aber zum Beispiel auch Fairtrade-Blumen. Das Siegel steht für gesicherte Lebens- und Arbeitsbedingungen bei der Warenproduktion durch faire Vertragsgestaltung mit den Importeuren.

Das Fairtrade-Siegel hat also originär nichts mit ökologischem Handeln zu tun. Zwei Drittel aller Fairtrade-Produkte tragen jedoch auch das Bio-Siegel; oft gehen soziales und ökologisches Engagement also Hand in Hand. 


Vergabekriterien

Für jedes Produkt mit Fairtrade-Siegel gibt es spezielle Handelskriterien. Sie beinhalten

  • Direkter Handel mit den Produzenten unter Ausschluss von Zwischenhändlern
  • Zahlung von Mindestpreisen, die über dem Weltmarktniveau liegen
  • Zahlung von Prämien
  • Vorfinanzierung
  • Langfristige Lieferbeziehungen
  • Förderung, Existenzsicherung und gerechte Erlöse für Kleinbauern und Arbeiter in den Erzeugerländern

Zusätzlich zum vereinbarten Kaufpreis wird auf jedes Produkt eine so genannte Fairtrade-Prämie erhoben. Die Prämie wird an die Kooperative oder die Plantage ausgezahlt. Die Produzenten entscheiden dann in einer Mitgliederversammlung demokratisch und eigenständig über die Verwendung. Über diese Prämie werden Schulen, Krankenstationen, Gemeinschaftsräume, Werkzeug, Brunnen, Apotheken, Schulstipendien und vieles mehr finanziert.

Seit Neustem kann mit Hilfe des FairTrade-Codes auf der Verpackung auf der Transfair-Website die genaue Herkunft der Waren ermittelt werden.

Die Zertifizierung von Fairtrade-Produkten wird durch die unabhängige Fairtrade Labelling Organization (FLO) durchgeführt. Sie wiederum ist DIN ISO 65-zertifiziert. Das ist die weltweit anerkannte Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisationen. So werden weltweit einheitliche Zertifizierungsstandards sichergestellt. Wichtigstes Kontrollinstrument ist in allen Bereichen die Durchführung und Auswertung von Inspektionen bei allen teilnehmenden Organisationen.