Öko-Siegel Teil 4: Bioland – Pionier ökologischer Landwirtschaft

Darauf kann man sich verlassen: Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung.

Fast täglich kommen neue Bio-Produkte auf den Markt: Bio-Wein, Naturkosmetik, sanfte Reisen, Kinderspielzeug, sparsame Autos, Bio-Dessous, Solarstrom, grüne Aktienfonds, ...

Was hiervon ist wirklich umweltfreundlich, fair bzw. sozial? Inzwischen gibt es über 1.000 verschiedene Umwelt-Siegel. Daneben wird eine Reihe von Begriffen verwendet, die keine Bedeutung haben. Da verliert man leicht den Überblick. Welche Gütezeichen sind seriös? Welche sind streng, welche eher lasch? Welche Begriffe sind irreführend?

Die biobay-Serie „Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung“ stellt die am weitesten verbreiteten seriösen Öko-Siegel vor.

Teil 4: Bioland – Pionier ökologischer Landwirtschaft

Bioland ist einer der führenden ökologischen Anbauverbände in Deutschland. Die Wirtschaftsweise der Bioland-Betriebe basiert auf einer Kreislaufwirtschaft - ohne künstliche Pestizide und chemisch-synthetische Stickstoffdünger. Tiere werden artgerecht gehalten und die Lebensmittel schonend verarbeitet.

Die Bioland-Vorschriften schließen die Richtlinien des EU-Biosiegels ein und gehen weit darüber hinaus. (Hier ein Vergleich der beiden Siegel).

Der Grundstein für den organisch-biologischen Landbau, den Bioland kontinuierlich weiter entwickelt, wurde bereits vor über 50 Jahren gelegt. 1976 wurde Bioland als Warenzeichen eingetragen. 1979 wurden die ersten Bioland-Erzeugerrichtlinien erarbeitet. Seitdem werden sie kontinuierlich weiterentwickelt. Somit zählt Bioland zu den ältesten ökologischen Anbauverbänden in Deutschland.

Neben Ackerbau, Milch- und Mastvieh sowie Legehennen widmet sich Bioland auch der Bienenhaltung, dem Kräuter- und Weinanbau sowie der Pilzzucht.

Vergabekriterien

  • Beinhaltet die Standards des EU-Biosiegels, ergänzt um strengere Richtlinien
  • Der gesamte Betrieb muss ökologisch bewirtschaftet sein
  • Saatgut und Tierfutter aus ökologischem Anbau
  • Keine gentechnisch veränderten Pflanzen in Lebensmitteln und im Tierfutter, keine Verfütterung von Hormonen und Antibiotika
  • Keine chemisch-synthetischen Dünger und Pestizide, keine Düngung mit Blut, Fleisch, Knochenmehl oder Guano
  • Keine Bestrahlung von Lebensmitteln
  • Es werden nur so viele Tiere auf einem Hof gehalten, wie Futter auf den betriebseigenen Flächen erzeugt wird. Artgerechte Tierhaltung, naturheilkundliche Behandlung der Tiere, Auslaufflächen im Freien müssen vorhanden sein
  • Keine Verwendung von Aroma- oder anderen Zusatzstoffen
  • Kreislaufwirtschaft und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, Saatgutzucht auf eigenem Hof

Derzeit arbeiten fast 5.000 Biobauern und über 800 Lebensmittel-Hersteller wie Bäckereien, Metzgereien, Molkereien, Brauereien, Mühlen, Restaurants, Safthersteller nach den Bioland-Richtlinien (Stand: April 2009). Bioland-Produkte sind in Hofläden, auf Wochenmärkten, in Naturkostgeschäften, in Supermärkten und über Lieferservices erhältlich.

Die Bioland-Richtlinen werden jährlich von unabhängigen, staatlich zugelassenen Kontrollstellen überprüft. Bei schweren Verstößen droht der Ausschluss aus dem Verband.

Bioland unterstützt seine Vertragspartner auf vielfältige Weise: Von den ersten Schritten auf dem Weg zur Bio-(land)-Verarbeitung, über die Rohstoffbeschaffung, Schulungen für Mitarbeiter und ein breites Sortiment an Bioland-Werbemitteln und -Verpackungen, bis hin zur Organisation von gemeinsamen Messeauftritten oder Veranstaltungen.