Öko-Siegel Teil 12: FSC - nachhaltige Holz-Wirtschaft

Darauf kann man sich verlassen: Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung.

Fast täglich kommen neue Bio-Produkte auf den Markt: Bio-Wein, Naturkosmetik, sanfte Reisen, Kinderspielzeug, sparsame Autos, Bio-Dessous, Solarstrom, grüne Aktienfonds, ...

Was hiervon ist wirklich umweltfreundlich, fair bzw. sozial? Inzwischen gibt es über 1.000 verschiedene Umwelt-Siegel. Daneben wird eine Reihe von Begriffen verwendet, die keine Bedeutung haben. Da verliert man leicht den Überblick. Welche Gütezeichen sind seriös? Welche sind streng, welche eher lasch? Welche Begriffe sind irreführend?

Die biobay-Serie Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung stellt die am weitesten verbreiteten seriösen Öko-Siegel vor. 

Teil 12: FSC - nachhaltige Holz-Wirtschaft

Der FSC - der Forest Stewardship Council - wurde 1993 mit dem Ziel gegründet, Wälder zu erhalten und nachhaltige, verantwortungsvolle Waldwirtschaft zu fördern.

Hierbei werden gleichermaßen die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte der Waldnutzung beachtet. Die FSC-Kriterien dienen dazu, unkontrollierte Abholzung, Verletzung der Menschenrechte und Belastung der Umwelt zu vermeiden.

Mittlerweile gibt es fast kein Holzprodukt mehr, dass nicht auch mit FSC-Label erhältlich ist: Vom Bilderrahmen über Stifte, Fenster und Türen, Möbel, Papier, Parkett- und Laminatböden bis hin zu Salz- und Pfeffermühlen. Überall kann der Verbraucher sich durch den Kauf von FSC-Produkten für den Schutz der Wälder entscheiden.

Der FSC ist eine gemeinnützige Organisation zur Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft mit Sitz in Bonn. Er unterhält in 43 Ländern nationale Arbeitsgruppen und wird von Umweltorganisationen, Sozialverbänden sowie zahlreichen Unternehmen unterstützt.

Die Organisation hat 10 verbindliche Prinzipien und 56 Kriterien für nachhaltige Forstwirtschaft festgelegt. Alle Regelungen sind öffentlich zugänglich und somit für jedermann transparent. Folgt ein Forstbetrieb diesen Rahmenbedingungen, so bleiben die bewirtschafteten Wälder mit ihren natürlichen Waldfunktionen erhalten.

Nationale FSC-Arbeitsgruppen passen dieses Regelwerk an spezifische regionale Gegebenheiten - z.B. das Klima, die geologische Umgebung oder nationale Gesetze.

Vergabekriterien für das FSC-Siegel

  • Kein Einsatz künstlicher Chemikalien
  • Die natürlichen Prozesse in den Waldökosystemen werden zugelassen und genutzt
  • Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt, Vermeidung von Monokulturen
  • Die Nutzung des Waldes übersteigt nicht die natürliche Regenerationskraft
  • Keine Kahlschläge im Wald, Maßnahmen zum Erhalt von Urwäldern
  • Der Wald wird vor illegaler Nutzung geschützt
  • Erhaltung alter Bäume, Baumgruppen und Totholz sowie die an die natürlichen Zerfallsprozesse des Waldes gebundenen Lebensräume von Tieren und Pflanzen
  • Sozialstandards berücksichtigen Arbeitnehmerinteressen sowie Rechte von Ureinwohnern
  • Umfassender Unfallschutz und hohe Ausbildungs- und Sicherheitsstandards

Seit Gründung des FSC wurden weltweit bereits über 118 Millionen Hektar Wald nach seinen Nachhaltigkeits-Regeln zertifiziert - davon 450.000 in Deutschland (Stand: Ende 2009).

Sowohl Privatpersonen als auch Verbände, Organisationen oder Unternehmen können Mitglied des FSC werden. Alle Mitglieder können an Entscheidungen des FSC und an den Wahlen der Vorstände teilnehmen.

Die Kontrolle der FSC-Forstbetriebe auf Einhaltung der Vergabe-Kriterien wird von unabhängigen Zertifizierungsorganisationen durchgeführt. Wird der Forst regelkonform bewirtschaftet, erhalten die Waldbesitzer ein FSC-Zertifikat und dürfen ihr Holz mit dem FSC-Siegel auszeichnen. Der FSC überprüft 1-mal jährlich, ob die Zertifizierungsorganisationen die Kriterien in seinem Sinne anwendet.