Öko-Siegel Teil 15: Ecovin - natürlicher Weinbau

Darauf kann man sich verlassen: Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung. Heute: Ecovin - natürlich begrünte Weinberge ohne Pestizide oder Gentechnik ...

Fast täglich kommen neue Bio-Produkte auf den Markt: Bio-Wein, Naturkosmetik, sanfte Reisen, Kinderspielzeug, sparsame Autos, Bio-Dessous, Solarstrom, grüne Aktienfonds, ...

Was hiervon ist wirklich umweltfreundlich, fair bzw. sozial? Inzwischen gibt es über 1.000 verschiedene Umwelt-Siegel. Daneben wird eine Reihe von Begriffen verwendet, die keine Bedeutung haben. Da verliert man leicht den Überblick. Welche Gütezeichen sind seriös? Welche sind streng, welche eher lasch? Welche Begriffe sind irreführend?

Die biobay-Serie Die wichtigsten ökologischen und sozialen Gütezeichen und ihre Bedeutung stellt die am weitesten verbreiteten seriösen Öko-Siegel vor. 

Teil 15: Ecovin - natürlicher Weinbau 

Der 1985 gegründete Anbauverband EcovinBundesverband Ökologischer Weinbau – befasst sich ausschließlich mit ökologischem Weinbau und ist der weltweit größte Zusammenschluss ökologisch bewirtschafteter Weingüter.

Ziel ist eine umweltschonende Weinproduktion, bei der der Weinberg Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bietet. Ecovin-Mitglieder identifizieren sich so neben der Erzeugung hervorragender Weine mit Umweltschutz, Artenvielfalt, Respekt vor der Natur und Ästhetik.

Die Vielfalt natürlicher Aromen eines blühenden Weingartens prägen Ecovin-Wein auf vielfältige Weise. Durch den Verzicht auf die synthetische Düngemittel und Pestizide ernten Ökowinzer weniger Menge dafür aber besonders gehaltvolle und aromatisch vielseitige Weine. Das schlägt sich in zahlreiche Prämierungen und zunehmender Präsenz in renommierten Gourmetführern wie dem Gault-Millau nieder.  

Die Ecovin-Richtlinien beinhalten die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung für ökologischen Landbau, ergänzt um weitere verbandseigene Richtlinien. Sie werden ständig überprüft und weiterentwickelt.

Vergabekriterien für das Ecovin-Siegel

  • Einhaltung der EG-Ökoverordnung für ökologischen Landbau
  • Verzicht auf chemische „Kunstdünger“, ausschließlich organische und mineralische Düngung
  • Kein Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, Pilz- oder Unkrautvernichtungsmittel. Der Schutz der Reben vor Schädlingen und Krankheiten wird durch die Unterstützung von Nützlingen im Weinberg, pflanzenstärkende Pflegepräparate und den Anbau von Natur aus robuster Rebsorten erreicht.
  • Kein Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO). Natürlich gezüchtete Rebsorten und Hefen garantieren Umweltverträglichkeit und Widerstandsfähigkeit.
  • Der gesamten Betrieb muss auf ökologischen Weinbau umgestellt sein.
  • Förderung und Mehrung der natürlichen Artenvielfalt im Ökosystem Weinberg – zum Beispiel durch Begrünung des Weinbergs, Mauern, Büsche und Bäume.
  • Reduzierung der Gewässer- und Bodenbelastung
  • Nutzung von Mehrwegverpackungen

Derzeit bewirtschaften etwa 210 Mitgliedsbetriebe rund 1.300 Hektar Rebfläche in 10 deutschen Anbaugebieten. Neben Rebsorten-Klassikern wie Riesling, Burgunder oder Silvaner werden dort auch regionale Spezialitäten wie Lemberger, Elblin oder Gutedel und besonders robuste Rebsorten wie Regent oder Johanniter angebaut.

Die Betriebe werden mindestens 1-mal pro Jahr durch staatlich zugelassene Öko-Kontrollstellen entsprechend der EG-Öko-Verordnung überprüft - erkennbar neben dem Ecovin-Zeichen an der EG-Kontrollstellennummer.

Ecovin-Winzer leisten einen aktiven Beitrag zum Naturschutz: Sie schonen Boden und Wasser und entwickeln den Weinberg zu einem gesunden Ökosystem. Das kann man sehen, hören, riechen und schmecken, wenn man durch einen ökologischen Weinberg läuft - und macht sich letztendlich auch in den Weinen bemerkbar. Im Frühjahr und Sommer blühen Traubenhyazinten und Weinbergstulpen, Kräuter verströmen würzigen Duft; Schmetterlinge, Vögel und Käfer tummeln sich zwischen den Rebenzeilen.